Regionaler Immobilienmarkt - Bewertung der Wohnlagen auf Mallorca

Der Regionale Immobilienmarkt auf Mallorca
✔ Die Ostküste - hügelige Serra de Llevant und zerklüftete Küstenlinien
Die Ostküste mit ihren weißsandigen, piniengesäumten Stränden, dem türkisblauen Meer und weiß getünchten Häusern ist Mallorcas heiterste Seite. Hier könnte der Traum vom mediterranen Idyll am ehesten in Erfüllung gehen, wenn da nicht in den Hochsommermonaten viel zu viele Urlauber in viel zu vielen Hotels an den kleinen, fjordähnlichen Buchten, die übersät sind mit zahllosen ankernden Yachten. Der Küstenstreifen zwischen dem Cap d'es Pins und der Punta de Sa Galera zeichnet sich mit Ausnahme von Cala Millor/Sa Coma, großen Teilen der Cales de Mallorca und Portocristo Novo durch vergleichsweise geschmackvoll bebaute Ferienzonen aus, die allerdings viel Fläche einnehmen und für die kleinen Buchten unproportional viele Gästebetten aufweisen. Zwischen der Küste und dem Gebirgszug Serra de Llevant verläuft eine der schönsten Ferienstraßen der Insel: Mandelbaumplantagen, Gärten mit Aprikosen- und Orangenbäumen, Getreide- und Weinfelder begleiten Rad- und Autofahrer auf ihrer Tour durch eine sanfte Mittelgebirgslandschaft.
✔ Der Norden - wilde Schluchten, weite Buchten
Dank seiner natürlichen Struktur und dem damit verbundenen kühleren Klima blieb der Norden, außer in der Bucht von Alcúdia und in Cala Rajada, von starker touristischer Zersiedelung verschont. Die nördliche Serra de Tramuntana ist nur spärlich besiedelt und mit ihren Steineichenwäldern, den senkrecht aus dem Meer ragenden Felswänden, uralten Ölbaumterrassen und bilderbuchschönen Bergdörfern ein Dorado für Wanderer, dank ihrer zwar kurvenreichen, doch gut ausgebauten Bergstraßen aber auch für sportliche Radler und gute Motorrad- und Autofahrer. Eine der Traumstraßen Europas windet sich etwa 140 km von Andratx bis zum Kap Formentor. Ihr atemberaubendster Teil liegt in der nördlichen Serra de Tramuntana. Hinter jeder Kurve überraschen berückende Kompositionen aus Felswänden, Fincaoasen und dem tiefblauen Meer.
✔ Der Süden - Mediterrane Farbenspiele, Salzbergweiß, Piniengrün und Meertürkis....
Flach und weit und trocken ist Mallorcas Süden - und heiß. Die Landstädtchen Llucmajor und Campos teilen das flache Land unter sich auf, Santanyí im Südosten hat mit seinem Gemeindegebiet noch Anteil an den Ausläufern der lieblichen Hügellandschaft der Serra de Llevant. Auch zählen die schönsten der über 150 kleinen calas der Ost-/Südostküste zu dieser Gegend im mitjorn (Süden). Das Landesinnere südlich der drei genannten Orte wirkt auf den ersten Blick monoton, setzt jedoch mit seinen zahlreichen ockerfarbenen Bauerngehöften und Weilern, seinen Salzseen in Grau, Blau oder Rosa und seinen gleißend weißen Salzbergen reizvolle Kontraste. In den Sommermonaten fliehen viele Palmesaner vor der Stadthitze an die Strände von S'Estanyol, Sa Ràpita und Colònia de Sant Jordi. Mit ihrem grünen Piniengürtel, ihrem herrlich weißen Dünensand und dem Türkis des flachen Meers sind sie von fast karibischer Schönheit. Und die Krönung ist der Archipel von Cabrera.
✔ Es Pla - das Inselinnere mit seinen fruchtbaren Ebenen und sanften Hügeln
Es Plá, die Ebene, heißt das Inselinnere. Landflucht bestimmt heute die stark landwirtschaftlich geprägte Region. Die einstige "Kornkammer Mallorcas" geriet mit Beginn der 1970er-Jahre in eine Krise, der man mit neuen Anbaumethoden und der Rückbesinnung auf traditionelle Erwerbszweige, beispielsweise den Weinanbau und das Handwerk, begegnet. Für einige Landwirte heißen seit Ende der 1980er-Jahre die Zauberwörter agroturisme und turismo rural. So wurde schon manch ein Bauer nebenbei zum "Hotelier". Oder er verkaufte ein Stück Land an ausländische Häuslebauer mit Sehnsucht nach rustikalem Leben. Die leicht hügelige Landschaft wird durchkreuzt von schmalen Asphaltstraßen. Alle Dörfer sind gut miteinander verbunden. Ausgediente Brunnen, schöne Wegkreuze und Pfarrhäuser gilt es ebenso zu entdecken wie Kapellen, Einsiedeleien und Klöster. Die neu ausgebaute C-715 von Palma nach Manacor ist zwar stark befahren, könnte mit ihren lohnenden Ausflugszielen bei Algaida, Montuïri und Vilafranca jedoch fast als Ferienstraße bezeichnet werden.
✔ Der Südwesten - wo das Herz der Insel schlägt
Den Südwesten der Insel beherrscht die Hauptstadt Palma. Mit 380000 Einwohnern stellt sie mehr als ein Drittel der Inselbevölkerung; zudem laufen in Palma die Hauptverkehrswege Mallorcas zusammen. Etwa zwei Drittel der insgesamt 270000 Hotelbetten der Insel stehen in der Badía de Palma und in den Küstenorten zwischen der Hauptstadt und Sant Elm. Nirgendwo ist eine Küstenregion so stark zersiedelt. Andererseits ist auch nirgends eine so gute Infrastruktur anzutreffen. Trotz starker Bebauung blieb viel von der landschaftlichen Schönheit im hügeligen Hinterland erhalten.

Was man weiß, oder was man wissen sollte....
Derzeit sind 126.000 Ausländer, davon rund 30.000 deutsche, auf den Balearen gemeldet. Dazu kommt noch eine große Zahl illegal auf den Inseln lebender Residenten. Man schätzt, dass bereits etwa jeder vierte Insulaner ein Zugereister ist. Mallorca ist ein multikultureller Minikosmos geworden, in dem Menschen verschiedener Herkunft, Sprache und Religion (noch) friedlich nebeneinander leben. Weil die wenigsten europäischen Neuinsulaner die spanische oder gar katalanische Sprache lernen, bleiben sie meist unter sich, treffen sich allenfalls in Clubs und Vereinen mit ihresgleichen. Mallorquiner sehen dieser Entwicklung in der Regel gelassen zu.
Keine Geringeren als Ihre Majestäten, König Juan Carlos I. und Königin Sophia führen das nicht enden wollende Aufgebot prominenter Inselbesucher an. Jahr für Jahr fliegen sie wie die Zugvögel ein, die Stars und Sternchen der Unterhaltungsbranche, des Film- und Showgeschäfts, des Sports; Politiker und Journalisten, Topmanager, Models und Starköche, Künstler aller Couleur, Lebenskünstler, Playboys - und, und, und. Man trifft sich vorzugsweise in den Häfen von Andratx und Portals Nous und neuerdings in Camp de Mar. Speziell im Hochsommer hat die Regenbogenpresse Futter satt. Die Palette reicht von Claudia Schiffer über Peter Maffay und René Kollo, Franz Beckenbauer und Boris Becker, Sabine Christiansen und Jan Hofer, Gerhard Schröder und Helmut Kohl eben bis zum König von Spanien. Ohne Ende, denn Prinz Felipe und Prinzessin Letizia besitzen hier mit Son Vent schließlich eine bildschöne eigene Residenz.
Auf Mallorca ist die erste Amtssprache català, das Katalanische. Das mallorquí ist ein katalanischer Dialekt. Katalanisch ist eine eigenständige romanische Sprache, die heute von mehr als 7 Mio. Menschen gesprochen wird. Nach der Eroberung Mallorcas 1229 durch Jaume I. wurde das català auf der Insel eingeführt. Gegen Ende des 13. Jhs. hatte es sich in allen Bereichen durchgesetzt. Anfang des 18. Jhs. verlor das Katalanische im Zug des Spanischen Erbfolgekriegs seinen offiziellen Charakter, den es erst in der Zweiten Republik (1931-36) zurückerhielt. Nach dem Ende des spanischen Bürgerkriegs 1939 wurden katalanische Sprache und Kultur regelrecht verfolgt. Francos Regime verordnete landesweit das castellano, also das, was außerhalb Spaniens unter Spanisch verstanden wird. Erst der Demokratisierungsprozess nach Francos Tod und die Autonomiebewegungen gaben den Mallorquinern ihre Heimatsprache zurück. Seit 1991 werden Orts- und Straßennamen nur noch in mallorquí wiedergegeben, das sich vor allem durch einen zusätzlichen sogenannten balearischen Artikel vom català unterscheidet (z.B. ses Salines).
Finca bedeutet eigentlich Grundstück, meint jedoch inzwischen mehr das Haus auf einem Stück Land. Meistens handelt es sich um ein rustikales Bruchsteinhaus, ockerfarben und massiv, oft mit jahrhundertealter Patina und Geschichte. Nachdem viele Fincas nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wurden, verfielen sie, bis in den 1980er-Jahren britische und deutsche Agenturen und Veranstalter begannen, Fincaferien in ihren Ländern anzubieten. Dazu mussten die alten Häuser vorher mit modernem Komfort versehen werden. So entstand eine reizvolle Urlaubsvariante abseits vom Rummel an den Stränden, mitten im beschaulichen Hinterland. Inzwischen vermieten nicht nur Mallorquiner, sondern auch ausländische Zweitwohnsitzler ihre Fincas.
Seit den 1960er-Jahren lebt Mallorca, mehr als alle anderen Baleareninseln, vom Tourismus. Etwa 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet der Fremdenverkehr einschließlich der damit zusammenhängenden Wirtschaftszweige. Andere Erwerbszweige werden immer mehr an den Rand gedrängt. So steuert die Landwirtschaft heute nur noch knapp 1,5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Eine nennenswerte Industrie gibt es auf Mallorca nicht. Das kommt zwar dem Tourismus entgegen, bringt jedoch auch alle Nachteile mit sich, die aus einer Monokultur entstehen, besonders bei einem Tourismus, der stark saisonabhängig ist. Trotzdem rangieren die Balearen mit ihrem Pro-Kopf-Einkommen an erster Stelle aller spanischen Regionen. Allerdings ist das Leben auch in keiner Region der Iberischen Halbinsel so teuer wie auf Mallorca.
Der Grup Balear de Ornitologia i Defensa de la Naturalesa, kurz GOB genannt, ist eine private Vereinigung, 1971 als Vogelschutzbund gegründet und inzwischen zu einer einflussreichen Umweltschutzorganisation herangewachsen. Der GOB zählt heute mehr als 7000 Mitglieder auf den Balearen, 5500 allein auf Mallorca, Einheimische und Residenten verschiedener Nationalitäten und Berufe. Bald nach ihrer Gründung zwang diese Bewegung die Politiker zum Umdenken: weg von einer expansiven Tourismuswirtschaft und hin zu einer mehr umwelterhaltenden Politik. Ihrem Druck war es zuzuschreiben, dass die Inselregierung in den 1980er-Jahren ganze Buchten, Strände und Inseln zurückkaufte, die bereits an Investoren zur Bebauung freigegeben waren. Für Interessenten: GOB | Palma, Carrer Verí, 1 | http://www.gobmallorca.com


